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© 2000 - 2012 Dr.-Ing. Martina Schneider
for Pierre Brice
Impressum
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| | Pierre Brice in der Bahnhofshalle Düsseldorf
Bereits gegen 15 Uhr traf ich am 22. November zur Signierstunde in Düsseldorf
ein. Eine wohlbekannte Melodie wies mir den Weg durch
die Bahnhofshalle zur Buchhandlung Grauert. Gerade erst
waren Mitarbeiter Bahnhofsbuchhandlung dabei, die Signierstunde
vorzubereiten. Doch war es wahr, was meine Augen da sahen? Verbannte
man Pierre wirklich in die Bahnhofhalle? Ein kleines,
rotes Podest, bestückt mit einem Tisch und zwei Stühlen
war vor dem Schaufenster der Buchhandlung aufgebaut. Dahinter
zwei Lautsprecher aufgestellt, aus denen pausenlos die
"Winnetou-Melodie" dröhnte. Zwei Scheinwerfer
leuchteten das ganze Podest aus.
Bereits jetzt, wo sich erst eine handvoll Menschen angesammelt hatte, wankten die beiden Scheinwerfer bedenklich. Die
Mitarbeiter der Buchhandlung schenkten diesem keinerlei
Beachtung, "sicherten" stattdessen den Podestbereich
mit einer roten Kordel, welche die beiden Scheinwerfer
noch mehr zum Wanken brachten. Freundlich brachte ich meine Bedenken über die Standsicherheit beide Scheinwerfer einem der Mitarbeiter zum Ausdruck.
Doch schien es diesem wichtiger zu sein, seine grenzenlose
Unhöflichkeit zu präsentieren, als für
die Sicherheit Pierres und aller Anwesenden zu sorgen.
Skeptisch beobachtete ich ihr Treiben weiter.
Immer mehr Menschen versammelten sich. Grob geschätzt
waren es jetzt an die hundert. Gegen 15.30 Uhr dann die
ersten langen Gesichter. Offensichtlich hatte sich Buchhandlung
Grauert beim Einkauf von Pierres Biografie verschätzt.
Das Buch war ausverkauft, nebst Auslagen, die eiligst
aus dem Schaufenster geholt wurden. Vom Verkaufseifer
gepackt griff man nun auf die Werbeplakaten zurück
und verkaufte diese für drei Euro das Stück.
Gegen 15.45 Uhr drängten sich noch mehr Menschen
an das Podest. Einige hatten versucht eine Reihe zu bilden,
um wenigstens etwas Ordnung in das entstandene Chaos zu
bringen. Doch wurden sie von den Mitarbeitern nur hämisch
wirkend darauf hingewiesen, dass es Autogramme nur von
vorne und nicht von der Seite geben würde. Somit
löste sich die Ordnung langsam wieder und entwickelte
sich zum absoluten Chaos, dem die Mitarbeiter nicht mehr
gewachsen waren.
Um Punkt 16 Uhr war es dann so weit. Pierre kam aus der
Buchhandlung und nahm an dem kleinen Tisch auf dem roten
Podest Platz. Ohne zu zögern griff er nach seinem
Stift und legte los. Bestens gelaunt und unterschreibungswütig
wirkend. Auch wenn man darauf hinwies, dass nur Bücher
unterschrieben werden, unterschrieb Pierre fleißig
alles, was ihm gereicht wurde.
Als ich mich endlich an das Podest vorgekämpft hatte,
bewies Pierre wieder einmal mehr, dass ihm seine "Fans"
(ich hasse dieses Wort) am Herzen liegen. Von sich aus
begann er sofort ein kurzes Gespräch mit mir. Rechne
ich einmal grob zurück, kennen wir uns jetzt seit
25 Jahren. Aufgrund der Menschenmassen konnte es leider
nur bei einigen wenigen Worten bleiben.
Kurz vor Ende der Signierstunde wurden meine anfänglichen Befürchtungen dann leider doch wahr. Ein Scheinwerfer
hielt dem Druck nicht mehr Stand und fiel. Knapp an Pierres
Kopf vorbei. Knallte direkt vor die Schaufensterscheibe,
die, oh Wunder, nicht zerbrach. Pierre zeigte nach außen hin mal wieder Gelassenheit.
Er schrieb weiter. Aber ich denke, der Schrecken, den
ich bekam, steckte auch ihm in den Knochen.
Bleibt ihm am Ende nur zu wünschen, dass weitere Signierstunden der PR-Tour an anderen Orten professioneller
organisiert werden, als es von der Bahnhofsbuchhandlung
Grauert gemacht worden war. Viele Signierstunden habe
ich erlebt. Doch solche Zwischenfälle gab es bis zu diesem Tag nie.
Text und Fotos: Andreas Patricio, ehem. Kraft |
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