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All rights reserved.
© 2000 - 2010 Dr.-Ing. Martina Schneider
for Pierre Brice
Impressum |
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Pierre Brice als Kind |
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Erstkommunion |
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Teenager |
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Pierre Brice in Berlin |
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Linda Christian |
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Pierre Brice liebt Tiere |
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Gießen 1978 |
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Kassel 1979 |
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Pierre Brice in Bottrop |
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27.06.1981 |
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Hochzeitsreise |
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Urlaub |
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Zuhause |
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Ganz in Blau |
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Entspannung |
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Bambi Verleihung |
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Lieblingsbild |
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Habe ich etwas vergessen? |
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Bundesverdienstkreuz |
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Die Hütte am See |
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Unter Palmen |
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Frankfurt 2003 |
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Ein ganz
normaler Mittwoch im Februar in der französischen Stadt
Brest. Der erste Mittwoch in diesem Monat, der 6. Februar -
im Jahr 1929. An diesem Tag blinzelt ein kleiner Bretone zum
ersten Mal ins Tageslicht. Nein, mit Winnetou hat der kleine
Erdenbewohner noch nicht viel zu tun. Seine stolzen Eltern taufen
ihn auf den Namen Pierre Louis le Bris.
Pierre Brice, wie er sich später nennen wird, kommt als
zweites Kind einer altadligen Familie zwischen den beiden Weltkriegen
zur Welt. Der Vater ist Marineoffizier, die Mutter zieht Pierre
und seine Schwester Yvonne groß. Die Geschwister werden
religiös und mit einer gesunden Portion Patriotismus erzogen.
Pierre ist elf Jahre alt, als die Nazis in Frankreich einmarschieren.
Der Vater kämpft in der Résistance, im Widerstand;
Pierre, seine Mutter und seine Schwester fliehen in das kleine
Dorf Lesneven und suchen Unterschlupf bei seiner Tante.
Pierre schämt sich für die französische Armee,
die sich scheinbar nicht gegen den Feind aus Deutschland wehren
kann, und beschließt, etwas für sein Land zu tun.
Mit 15 Jahren ist Pierre Anhänger Charles de Gaulles' und
schließt sich dem Widerstand an. Er arbeitet als Botenjunge
und lernt die Schrecken des Krieges kennen. Er lernt aber auch,
die Menschen zu unterscheiden und nicht alle Deutschen mit den
Nazis über einen Kamm zu scheren.

Nach Kriegsende geht Pierre Brice mit dem Militär für
zwei Jahre nach Algerien und wird zum Froschmann ausgebildet.
Dann zum Fallschirmjäger, der vier Jahre lang in Indochina,
dem heutigen Vietnam, kämpft. In dieser Zeit lernte Pierre
Brice was es heißt, Kameraden und Freunde zu haben. "Nie
wieder", wird er später sagen, "hatte ich so
gute Freunde wie beim Militär."
1951 kehrt Pierre Brice aus Indochina zurück. Mit drei
Tapferkeitsmedaillen und Erfahrungen, die sein weiteres Leben
geprägt haben. Er möchte gerne Schauspieler werden,
doch sein Vater sähe seinen Sohn lieber in einem "anständigen"
Beruf. Adel verpflichtet. Er setzt sich gegen seine Eltern durch
und nimmt Schauspielunterricht bei dem russischen Schauspieler Grégory Chmara. Die erhofften Engagements bleiben aber anfangs aus. Anstatt auf der Bühne zu stehen
und Filme zu drehen, verkauft Pierre Schreibmaschinen, arbeitet
als Model für Werbung und Fotoromane und schließt
sich der Artistengruppe "Trio Gansser" als akrobatischer
Tänzer an.
1954 kommt seine Karriere allmählich ins Rollen. In dem
Film "Ça va barder" (Harte Fäuste - heißes
Blut) hält Pierre Brice dem berühmten Eddie Constantine
die Tür auf. Er dreht mit Michèle Morgan, spielt
im Theater Leo Tolstoi und Victor Hugo. Die meisten Angebote
jedoch kommen aus Spanien und Italien, wo Pierre Brice hauptsächlich
dreht und sehr erfolgreich wird.

Der spanische Film "Los Atracadores" führt Pierre
Brice 1962 erstmals nach Deutschland, wo der Film auf der Berlinale
präsentiert wird. Neben Dutzenden von Produzenten ist ein
Berliner unter ihnen, der von seinem Sohn einen Floh ins Ohr
gesetzt bekam. Der Steppke meinte zu seinem Vater, dass der
nicht nur Edgar-Wallace-Filme drehen sollte, sondern auch mal
Karl-May-Filme. Das Drehbuch für "Der Schatz im Silbersee"
war fertig, Lex Barker hatte für die Rolle des "Old
Shatterhand" zugesagt, nur der zweite Hauptdarsteller fehlte
noch: "Winnetou". Dieser Produzent war Horst Wendlandt.
Er sah Pierre Brice und wusste sofort: "Das ist mein Winnetou!"
Wendlandt sprach Pierre Brice zwar nicht an, dafür starrte
er ihn an. Als er sich entschließt, Pierre Brice anzusprechen,
ist dieser längst abgereist.
Einige Wochen später stößt Wendlandt über
Ivan Desnys Agentin auf Pierres Managerin. Pierre befindet sich
auf einem Segeltörn auf seiner Yacht vor Cannes, als seine
Managerin ihm vom Angebot aus Berlin erzählt. Er ist skeptisch:
Er soll einen Indianer spielen? Von einem Karl May hatte er
noch nie was gehört. Er besorgt sich eine französische
Winnetou-Ausgabe und ist von der Figur begeistert. Er sagt zu
und 14 Tage später beginnen die Dreharbeiten in Jugoslawien.
Bis zur Premiere des Films "Der Schatz im Silbersee"
war nicht vorhersehbar, wie viel Erfolg Pierre Brice mit dieser
Rolle haben sollte, die ihm ewig anhaften wird. Schon während
der Dreharbeiten zu "Winnetou III" rollt 1965 eine
Protestwelle durch Deutschland, als Winnetou im letzten Teil
der Trilogie sterben sollte. Die Menschen gehen auf die Barrikaden
und bombardieren Produzent Wendlandt mit Briefen. Mit dem Versprechen,
dass trotz Winnetous Tod weitere Winnetou-Filme folgen, kann
er die aufgebrachten Massen beruhigen.

Von 1962 bis 1968 verkörpert Pierre Brice den Apachen-Häuptling
elfmal auf der Kino-Leinwand. Er avanciert zum Mega-Star schlechthin.
Das Jugendmagazin "BRAVO" hievt ihn 56 Mal auf die
Titelseite - außer Nena schaffte niemand diesen Rekord
- und widmet ihm drei Starschnitte. Der BRAVO-Otto bekommt Winnetous
wegen die Figur eines Indianers; 12 Mal erhält Pierre Brice
diese Publikums-Auszeichnung, davon neunmal in Gold. Unter anderem
wurde er bis heute mit fünf Bambis und der Goldenen Kamera
ausgezeichnet.
Pierre Brice versucht sich auch als Sänger. Seine Fans,
die Winnetous echte Stimme hören wollten, brachten ihn
dazu. 1965 landet Pierre mit dem Lied "Ich steh allein"
sogar auf Platz Drei der BRAVO-Musikbox - vor ihm sind die Beatles
und die Rolling Stones platziert. Bis heute frönt Pierre
Brice der Lust am Singen und brachte schon mehrere Platten und
CDs heraus.
Nach dem Ende der Karl-May-Welle versucht Pierre Brice an seinen
Erfolg als "Winnetou" anzuknüpfen, doch das Publikum
akzeptiert ihn nicht in dem Maße wie mit hirschledernem
Kostüm und schwarzer langhaariger Perücke. 1976 spielt
Pierre Brice dann wieder die Rolle seines Lebens - live und
vor Publikum. Die sauerländische Naturbühne in Elspe
führt schon seit vielen Jahren Karl-May-Stücke auf.
In diesem Jahr gelingt der Clou: Pierre Brice spielt Winnetou.
Bis 1986 spielt er - mit einer Unterbrechung 1981 - zehnmal
den Apachen-Häuptling und sorgt für neue Zuschauerrekorde.
1979 dreht Pierre in Mexiko für den WDR die Serie "Mein
Freund Winnetou". Bis auf die Namen der Titelfiguren haben
die einzelnen Geschichten nichts mit Karl May zu tun, dafür
zeigen sie ein reales Bild der Indianer und vermitteln deren
Mentalität. Pierre setzt sich mit ihrer Geschichte auseinander
und bringt seine Erfahrungen fortan in Elspe in seine Rolle
ein.
1981 heiratet er Hella Krekel, mit der er seit 1978 zusammen
lebt. Eine Winnetou-Tournee im selben Jahr scheitert, weil der
Veranstalter des Musicals Geld veruntreut hat. Nach nur wenigen
Auftritten wird die Tournee vorzeitig abgebrochen.

Von 1988 bis 1991 spielt Pierre Brice im Kalkberg-Stadion in
Bad Segeberg. Die Bücher zu den Stücken schreibt Pierre
selbst. Eigentlich wollte er 1990 mit "Winnetous letzter
Kampf" seinen Abschied in Bad Segeberg geben, doch ihm
wurde eine so große Welle der Sympathie zuteil, dass er
für das folgende Jahr "Winnetou - Das Vermächtnis"
schrieb. In Rückblenden lässt Sam Hawkens die wichtigsten
Stationen aus Winnetous Leben Revue passieren. Von den Winnebago-Indianern,
die aus Nebraska anreisten, erhält Pierre Brice am Premierenabend
eine besondere und für ihn bedeutsame Auszeichnung: Die
Winnebagos geben ihm den Namen "Rainbow-Man". Sie
finden es erstaunlich, dass sich ein Franzose in Deutschland
in dieser Weise für ihre Rechte einsetzt.
Pierre Brice steht wie kein anderer als Beispiel für die
deutsch-französische Freundschaft. Dafür und für
die Werte vermittelnde Darstellung des Winnetou erhält
er 1992 das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.
1997 zieht Pierre Brice das Winnetou-Kostüm erneut an.
Im ZDF-Zweiteiler "Winnetous Rückkehr" spielt
Pierre Brice einen älteren und reiferen Winnetou, der den
vermeintlichen Todesschuss überlebt hat und seitdem in
den Bergen lebt.
1999 kehrt Pierre Brice noch einmal an den Segeberger Kalkberg
zurück, diesmal als Regisseur der Inszenierung "Halbblut".
In diesem Jahr wird er vom Karl-May-Archiv für sein Wirken
um und für Karl May mit dem "Scharlih" geehrt.
Neben seiner Arbeit für Theater und Fernsehen engagiert
sich Pierre Brice immer wieder für Menschenrechte und Kinder
in Not. 1995 führt er einen zwei Millionen Mark schweren
Hilfskonvoi nach Bosnien an, das vom Bürgerkrieg zerstört
wurde. Er wird UNICEF-Botschafter und reist nach Kambodscha,
wo er Kinder besucht, die Opfer von Landminen wurden. Die Minen
haben die Kinder verstümmelt oder nahmen ihnen die Eltern.
2000 wird Pierre Brice mit dem Thomas-Morus-Preis für sein
Engagement ausgezeichnet.
Friede, Freiheit, Toleranz und Menschenwürde, das sind
die Ideale, die Pierre Brice vertritt und für die er kämpft.
Heute lebt er mit seiner Frau Hella, Pferden, Hunden, Schafen
und Schweinen auf einem Landsitz in der Nähe von Paris
und hat seine Autobiografie
geschrieben, die am 20. September 2004 erschienen ist.

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