Ernst und engagiert betrachtet Pierre Brice seine Aufgaben als UNICEF-Botschafter. Er nutzt seinen Bekanntheitsgrad als Winnetou-Darsteller um zu helfen. Es begann Ende 1994 mit einer verlorenen Wette bei "Wetten, dass ...?". Daraus entwickelte sich eine ausgedehnte Spendenaktion für Bihac. Mit dem gespendeten Geld wurden Medikamente, Kleidung und Lebensmittel für Kranken- und Waisenhäuser sowie 5000 Familien nahe Tuszla gekauft. Mitte Juni 1995 brach Pierre Brice mit dem Pierre-Brice-Hilfskonvoi ins Kriegsgebiet auf. Nach zwölf Tagen kehrte er zurück. Er wurde festgenommen, beschossen und von der bosnischen Mafia verfolgt.

Pierre Brice: Kinderklinik in Sri Lanka
Pierre Brice: Anti-Landminen-Projekt

Anti-Landminen-Projekt

Pierre Brice reiste 1999 als UNICEF Botschafter nach Kambodscha, um sich vom Anti-Landminen-Projekt der Hilfsorganisation ein eigenes, erschütterndes Bild zu machen. "In Kambodscha habe ich geweint", sagte Pierre Brice, der als Soldat in Indochina selbst im Bereich einer detonierenden Landmine war, nach seinem Besuch. In einem von UNICEF errichteten Rehabilitationszentrum traf er die elfjährige Savie. Zusammen mit ihrem Bruder hat sie am Fluss Wasser holen wollen, als sie auf eine versteckte Landmine getreten ist, die ihren Bruder schwer verletzt und sie selbst ein Bein gekostet hat. Der zu Hilfe eilende Vater hat eine zweite Mine ausgelöst, die ihn ebenfalls schwer verletzt hat. Die Mutter hat alles beobachtet. Als sie zu ihren Kindern und ihrem Ehemann wollte, hat eine dritte Mine ihr das Leben, dem Mann seine Frau, den Kindern ihre Mutter genommen. Nachdem Savie "sehr würdig und ganz ruhig", wie Pierre Brice auffiel, von dem Unglück erzählt hat, rief sie herzzerreißend nach ihrem Vater, während Brice sie "ohnmächtig und sprachlos" zu trösten versuchte. Das Trauma, den Schock und die Erinnerung wird die kleine Savie nie verwinden können. Abgesehen von dieser psychischen Belastung wurde sie auch körperlich verletzt. Ein Bein musste ihr unterhalb des Knies abgenommen werden. Mit weiteren chirurgischen Eingriffen, schlimmstenfalls mit weiteren Amputationen ist zu rechnen, da ihre Knochen sich noch im Wachstum befinden.

So kann Pierre Brice unterstützt werden!
Jedes Jahr werden immer noch bis zu 20.000 Menschen durch Landminen verletzt, verstümmelt oder getötet - trotz des internationalen Anti-Personen-Minen-Vertrages vom 1. März 1999. UNICEF hilft den Kindern bei der Verarbeitung der tragischen Vorfälle in Rehabilitationszentren. Die Organisation finanziert den Opfern Rollstühle, Krücken und Prothesen. Weiterhin lässt UNICEF Schulen bauen und erstellt Unterrichtsmaterialien, in denen Kindern das richtige Verhalten gegenüber Landminen beigebracht wird. Lehrer und andere erzieherischen Bezugspersonen werden zu Fortbildungen geschickt, um Kinder über die Gefahren aufklären zu können. Die Opfer werden in die Gesellschaft reintegriert - was nicht immer einfach ist, denn einige Teile der Gesellschaft grenzen Behinderte aus. Seele und Körper existieren im Zusammenspiel; eine Behinderung wird als Zeichen eines unstattlichen Vorlebens gedeutet.