Das Geheimnis des Feuerberges Nach drei Jahren, passend zum 25jährigen Bestehen der
Wiener Stadthallenbetriebe, kämpfte Winnetou vom 30.
November bis zum 18. Dezember 1983 wieder in den vorweihnachtlichen
Jagdgründen am Vogelweidplatz. Der Kampf um das Geheimnis
des Feuerberges, den Pierre Brice als Autor geschrieben hat,
enthüllt als persönliches Anliegen des Winnetou-Darstellers
die Botschaft zum Frieden und zur Völkerverständigung.
Die Idee dazu kam Pierre Brice nach dem erfolglosen Start
des Pleite-Spektakels "Winnetou".
Im Sommer 1983 entwarf Pierre Brice neben seinem Engagement
bei den Karl-May-Festspielen Elspe das Rohkonzept zu "Winnetou
und das Geheimnis des Feuerberges", das noch auf die
Bühnenverhältnisse der Wiener Stadthalle umgeschrieben
werden musste. Anfang Oktober flog Pierre Brice von Paris
nach Wien, um einen Jungen für die Besetzung des Komantschenjungen
"Apanatschka" auszuwählen. Zuvor hatte man
in Zeitungs- und Radioaufrufen Jungen zwischen 12 und 13 Jahren
zu einem Vorstellungstermin auf der Dachterrasse der Wiener
Stadthalle geladen. Unter den 100 Buben wählte Pierre
Brice Daniel Peter und Michael Zehner aus, die alternierend
die Rolle des Apanatschkas, der auf der Suche nach einem Name
mitten in das Kampfgeschehen gerät, spielen sollten.
Großen Anteil an dieser Stadthallenproduktion hatte die Western Country
GmbH aus Elspe. Sie übernahm in Kooperation mit der Wiener
Stadthalle die Produktionsleitung und zeichnete sich für
die Auswahl der Kostüme, die Bereitstellung der Requisiten,
die Durchführung der pyrotechnischen Effekte und für
die Bereitstellung sowie Betreuung der 42 gesellschaftseigenen
Pferde verantwortlich. Ab Mitte November stellte die Western
Country GmbH die Naturbühne "Am Rübenkamp"
für die ersten Kampfproben zur Verfügung, zu denen
Schauspieler und Stuntmen in das dörfliche Elspe reisen
mussten. Nach der Aufzeichnung des Playbacks wurden am 12.
und 13. November bei nasskalter Witterung die ersten Szenen
des "Geheimnis des Feuerberges" unter der Regie
des erfahrenen Karl-Heinz Walther besprochen und geprobt.
10 Tage vor der Uraufführung traf Pierre Brice und das
Elsper Team in der Wiener Stadthalle zu den 8stündigen
Proben ein. Da auch außerhalb dieser regulären
Proben an den Kampfszenen gefeilt wurde, belohnte Pierre Brice
nach der Generalprobe die Mühen seines Teams mit einem
kleinen Fest. Der Premierentag - 30. November 1983 - begann
mit einer öffentlichen Probe, die zugunsten Behinderter
abgehalten wurde. Prominentester Gast war der damalige österreichische
Bundeskanzler Rudolf Kirchschläger, der so dafür
sorgte, dass im auch WDR II über das "Geheimnis
des Feuerberges" berichtet wurde.
Seinem Publikum offerierte Pierre Brice eine gelungene Action-Unterhaltung,
die trotz Indianeridylle und Wildwestromantik ernste Untertöne
erkennen ließ. Wie schon in der 1980 in "Winnetou,
der Apache" verkörperte Günther Panak glaubhaft
den weißen kaltblütigen Antagonisten Winnetous,
der in dem Heiligtum der Apachen Reichtum zu finden hofft.
Als drolligen Sam Hawkens entlockte der Wiener Schauspieler
Toni Wagner mancher dramatischen Szene komische Elemente.
Wagner, der nach einem Sturz sein Bühnenpferd über
die Hälfte der Spielzeit nicht besteigen konnte, meisterte
auch diese Situation: Eher zur Freude der großen und
kleinen Zuschauer gestalteten sich seine vergeblichen Versuche,
sein riesiges Pferd mit einer Strickleiter zu erklimmen. Harry
Hornisch war vor 3 Jahren ebenfalls als Karl May in die Rahmenhandlung
eingebunden. In "Geheimnis des Feuerberges" durchstreift
er wieder als neugieriger Schriftsteller die Jagdgründe
der Apachen. Zum ersten Male kämpfte Winnetou in der
Wiener Stadthalle gegen eine Frau. Die Kaberettistin Tilla
Hohenfels alias Carmencita scheut vor Verleugnung und auch
vor Mord nicht zurück, um sich ihren Anteil am Gold der
Apachen zu sichern. Auch in den eigenen Reihen musste sich
Winnetou gegen Ehrgeiz und Machtgier in der Verkörperung
des Matto Shakos behaupten. Eine Rolle, die dem Star der Karl-May-Festspiele
Elspe Meinolf Pape auf dem Leib geschneidert war.
Um alle Szenen zu integrieren, schuf wieder Florian Dorjath das offene 54 m
breite Panorama-Bühnenbild aus Drahtgitter, Holz, Stahl
und Sackleinen, das 2/3 der Wiener Stadthalle in Anspruch
nahm. Der 14 m hohe Krater des Feuerberges trennt die Welt
der Weißen und der Roten. Die verfallene Geisterstadt
Hangtown ist das Synonym für die zusammengeflickte ruchlose
Gesellschaft der Banditen, die in das Gebiet der Apachen einfallen.
In jeder Vorstellung wurde dieser Krater als Höhepunkt
der Produktion gesprengt. Danach verwandelt er sich in einen
Wasserfall, der 8.000 l Wasser freigab. Ein Werk, das dem
erfahrenen Elsper Pyrotechniker Peter Hüttemeister zu
verdanken ist und zum ersten Male so in einer Halle gezündet
werden konnte. Eine Bilanz über die verbrauchte Materialmenge
dieser Aufführungsserie vermag die Aufwendigkeit dieses
Winnetou-Spektakels zu ermessen. Bis zum letzten Spieltag
wurden rund 5.000 Schuss Munition, mehr als 100 Flaschen und
Fenster verbraucht. Für die Pferde, die Höchstleistungen
erbringen mussten, wurde die Haferration auf je 7,5 kg verdreifacht.
Über die Produktionskosten schwieg man sich beharrlich
aus. Aber fast 180.000 Zuschauer zeigten, dass ihnen das "Geheimnis
des Feuerberges" gefiel.
Handlung: "Winnetous Ahnungen haben sich
erfüllt. Drei Sommer nur lebten die Apachen in Frieden,
jetzt sind die Weißen wiedergekommen. Auf Schleichwegen
diesmal, in kleiner Gruppe, denn sie wollen unbemerkt den
Eingang des Feuerberges finden, dessen Zugang selbst den Indianern
ein Geheimnis ist. Dieser erloschene Vulkan ist das Heiligtum
der Apachen. In ihm ruhen ihre Vorfahren, und aus seiner Erde
wird die Friedenspfeife geformt. Was kümmert sie das
gelbe Metall, das der Berg in sich schließt. - Gold,
nach dem der weiße Mann in unersättlicher Gier
strebt, dessen Besitz ihm höher steht als das Leben der
Rothäute. Winnetou findet den Apachenkrieger, der den Eingang des heiligen
Berges hütet, schwer verwundet auf. Noch ist das Geheimnis
des Feuerberges, so hört er von dem Sterbenden, unentdeckt,
aber die weißen Desperados, an der Spitze ein fragwürdiger
"Colonel" und eine Frau, die ihm an Kaltblütigkeit
nicht nachsteht, werden nicht ruhen, bis sie ihr Ziel erreichen.
Viele tapfere Apachen müssen sterben. Winnerou selbst
ist in einen heimtückischen Verdacht geraten und steht
in Konflikt zu dem streitsüchtigen Häuptling der
Navajos. Old Shatterhand und der pfiffige Waldläufer
Sam Hawkens können ihre Freundschaft mit den Rothäuten
bis zum Einsatz ihres Lebens beweisen. Jene aber, die die
Spitze des Berges erklommen, um sich in der Grotte am Funde
des Goldes zu berauschen, werden von den zusammenstürzenden
Felsmassen begraben. Der Feuerberg behält sie für
immer
"
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