Programmheft
PersonenDarsteller
Winnetou Pierre Brice
Old Shatterhand Jochen Bludau
Carmencita Tilla Hohenfels
Colonel Günther Panak
Sam Hawkens Toni Wagner
Matto Schako Meinolf Pape
Karl May Harry Hornisch
Tschi Napa Gilles Gattoni
Harry Daniel Peter Michael Zehner
Western Country GmbH
mit Rolf Schauerte, Georg Berghoff, Wolfgang Schmidt, Uwe Schröder ...
Proben bei den Karl-May-Festspielen Elspe
Pierre Brice mit Jochen Bludau
Die Karl-May-Filme mit Pierre Brice
Die Karl-May-Festspiele mit Pierre Brice
  Karl-May-Festspiele Elspe
   Winnetou, der Apache
  Winnetou-Tournee
  Das Geheimnis des Feuerberges
  Winnetou im Wilden Osten
  Karl-May-Festspiele Bad Segeberg
Fernsehserien mit Winnetou

Das Geheimnis des Feuerberges

Nach drei Jahren, passend zum 25jährigen Bestehen der Wiener Stadthallenbetriebe, kämpfte Winnetou vom 30. November bis zum 18. Dezember 1983 wieder in den vorweihnachtlichen Jagdgründen am Vogelweidplatz. Der Kampf um das Geheimnis des Feuerberges, den Pierre Brice als Autor geschrieben hat, enthüllt als persönliches Anliegen des Winnetou-Darstellers die Botschaft zum Frieden und zur Völkerverständigung. Die Idee dazu kam Pierre Brice nach dem erfolglosen Start des Pleite-Spektakels "Winnetou".

Im Sommer 1983 entwarf Pierre Brice neben seinem Engagement bei den Karl-May-Festspielen Elspe das Rohkonzept zu "Winnetou und das Geheimnis des Feuerberges", das noch auf die Bühnenverhältnisse der Wiener Stadthalle umgeschrieben werden musste. Anfang Oktober flog Pierre Brice von Paris nach Wien, um einen Jungen für die Besetzung des Komantschenjungen "Apanatschka" auszuwählen. Zuvor hatte man in Zeitungs- und Radioaufrufen Jungen zwischen 12 und 13 Jahren zu einem Vorstellungstermin auf der Dachterrasse der Wiener Stadthalle geladen. Unter den 100 Buben wählte Pierre Brice Daniel Peter und Michael Zehner aus, die alternierend die Rolle des Apanatschkas, der auf der Suche nach einem Name mitten in das Kampfgeschehen gerät, spielen sollten.

Großen Anteil an dieser Stadthallenproduktion hatte die Western Country GmbH aus Elspe. Sie übernahm in Kooperation mit der Wiener Stadthalle die Produktionsleitung und zeichnete sich für die Auswahl der Kostüme, die Bereitstellung der Requisiten, die Durchführung der pyrotechnischen Effekte und für die Bereitstellung sowie Betreuung der 42 gesellschaftseigenen Pferde verantwortlich. Ab Mitte November stellte die Western Country GmbH die Naturbühne "Am Rübenkamp" für die ersten Kampfproben zur Verfügung, zu denen Schauspieler und Stuntmen in das dörfliche Elspe reisen mussten. Nach der Aufzeichnung des Playbacks wurden am 12. und 13. November bei nasskalter Witterung die ersten Szenen des "Geheimnis des Feuerberges" unter der Regie des erfahrenen Karl-Heinz Walther besprochen und geprobt. 10 Tage vor der Uraufführung traf Pierre Brice und das Elsper Team in der Wiener Stadthalle zu den 8stündigen Proben ein. Da auch außerhalb dieser regulären Proben an den Kampfszenen gefeilt wurde, belohnte Pierre Brice nach der Generalprobe die Mühen seines Teams mit einem kleinen Fest. Der Premierentag - 30. November 1983 - begann mit einer öffentlichen Probe, die zugunsten Behinderter abgehalten wurde. Prominentester Gast war der damalige österreichische Bundeskanzler Rudolf Kirchschläger, der so dafür sorgte, dass im auch WDR II über das "Geheimnis des Feuerberges" berichtet wurde.

Seinem Publikum offerierte Pierre Brice eine gelungene Action-Unterhaltung, die trotz Indianeridylle und Wildwestromantik ernste Untertöne erkennen ließ. Wie schon in der 1980 in "Winnetou, der Apache" verkörperte Günther Panak glaubhaft den weißen kaltblütigen Antagonisten Winnetous, der in dem Heiligtum der Apachen Reichtum zu finden hofft. Als drolligen Sam Hawkens entlockte der Wiener Schauspieler Toni Wagner mancher dramatischen Szene komische Elemente. Wagner, der nach einem Sturz sein Bühnenpferd über die Hälfte der Spielzeit nicht besteigen konnte, meisterte auch diese Situation: Eher zur Freude der großen und kleinen Zuschauer gestalteten sich seine vergeblichen Versuche, sein riesiges Pferd mit einer Strickleiter zu erklimmen. Harry Hornisch war vor 3 Jahren ebenfalls als Karl May in die Rahmenhandlung eingebunden. In "Geheimnis des Feuerberges" durchstreift er wieder als neugieriger Schriftsteller die Jagdgründe der Apachen. Zum ersten Male kämpfte Winnetou in der Wiener Stadthalle gegen eine Frau. Die Kaberettistin Tilla Hohenfels alias Carmencita scheut vor Verleugnung und auch vor Mord nicht zurück, um sich ihren Anteil am Gold der Apachen zu sichern. Auch in den eigenen Reihen musste sich Winnetou gegen Ehrgeiz und Machtgier in der Verkörperung des Matto Shakos behaupten. Eine Rolle, die dem Star der Karl-May-Festspiele Elspe Meinolf Pape auf dem Leib geschneidert war.

Um alle Szenen zu integrieren, schuf wieder Florian Dorjath das offene 54 m breite Panorama-Bühnenbild aus Drahtgitter, Holz, Stahl und Sackleinen, das 2/3 der Wiener Stadthalle in Anspruch nahm. Der 14 m hohe Krater des Feuerberges trennt die Welt der Weißen und der Roten. Die verfallene Geisterstadt Hangtown ist das Synonym für die zusammengeflickte ruchlose Gesellschaft der Banditen, die in das Gebiet der Apachen einfallen. In jeder Vorstellung wurde dieser Krater als Höhepunkt der Produktion gesprengt. Danach verwandelt er sich in einen Wasserfall, der 8.000 l Wasser freigab. Ein Werk, das dem erfahrenen Elsper Pyrotechniker Peter Hüttemeister zu verdanken ist und zum ersten Male so in einer Halle gezündet werden konnte. Eine Bilanz über die verbrauchte Materialmenge dieser Aufführungsserie vermag die Aufwendigkeit dieses Winnetou-Spektakels zu ermessen. Bis zum letzten Spieltag wurden rund 5.000 Schuss Munition, mehr als 100 Flaschen und Fenster verbraucht. Für die Pferde, die Höchstleistungen erbringen mussten, wurde die Haferration auf je 7,5 kg verdreifacht. Über die Produktionskosten schwieg man sich beharrlich aus. Aber fast 180.000 Zuschauer zeigten, dass ihnen das "Geheimnis des Feuerberges" gefiel.

Handlung:
"Winnetous Ahnungen haben sich erfüllt. Drei Sommer nur lebten die Apachen in Frieden, jetzt sind die Weißen wiedergekommen. Auf Schleichwegen diesmal, in kleiner Gruppe, denn sie wollen unbemerkt den Eingang des Feuerberges finden, dessen Zugang selbst den Indianern ein Geheimnis ist. Dieser erloschene Vulkan ist das Heiligtum der Apachen. In ihm ruhen ihre Vorfahren, und aus seiner Erde wird die Friedenspfeife geformt. Was kümmert sie das gelbe Metall, das der Berg in sich schließt. - Gold, nach dem der weiße Mann in unersättlicher Gier strebt, dessen Besitz ihm höher steht als das Leben der Rothäute.
Winnetou findet den Apachenkrieger, der den Eingang des heiligen Berges hütet, schwer verwundet auf. Noch ist das Geheimnis des Feuerberges, so hört er von dem Sterbenden, unentdeckt, aber die weißen Desperados, an der Spitze ein fragwürdiger "Colonel" und eine Frau, die ihm an Kaltblütigkeit nicht nachsteht, werden nicht ruhen, bis sie ihr Ziel erreichen.

Viele tapfere Apachen müssen sterben. Winnerou selbst ist in einen heimtückischen Verdacht geraten und steht in Konflikt zu dem streitsüchtigen Häuptling der Navajos. Old Shatterhand und der pfiffige Waldläufer Sam Hawkens können ihre Freundschaft mit den Rothäuten bis zum Einsatz ihres Lebens beweisen. Jene aber, die die Spitze des Berges erklommen, um sich in der Grotte am Funde des Goldes zu berauschen, werden von den zusammenstürzenden Felsmassen begraben. Der Feuerberg behält sie für immer …"