Bad Segeberg 1988
Pierre und Hella Brice
Bad Segeberg 1989
Ausführlich informiert das Buch:
Karl May am Kalkberg
Pierre Brice mit Adler 1989
Bad Segeberg 1990
Pierre und Hella Brice 1990
Bad Segeberg 1991
Ralf Wolter, Pierre Brice und Hermann Giefer 1991
Bad Segeberg 1999
Gojko Mitic, Elke Sommer, Pierre Brice 1999
Die Karl-May-Filme mit Pierre Brice
Die Karl-May-Festspiele mit Pierre Brice
  Karl-May-Festspiele Elspe
  Winnetou, der Apache
  Winnetou-Tournee
  Das Geheimnis des Feuerberges
  Winnetou im Wilden Osten
  Karl-May-Festspiele Bad Segeberg
 
 Winnetou, der Apache
 Der Schatz im Silbersee
 Winnetous letzter Kampf
 Winnetou, das Vermächtnis
 Halbblut
Fernsehserien mit Winnetou

Karl May im hohen Norden

Im Sommer 1951 entschied sich die Stadt Bad Segeberg in Schleswig-Holstein ihr großes Freilichttheater mit den etwa 12.000 Steh- und Sitzplätzen, das man in den 30er Jahren zu Propagandazwecken erbaut hatte, für Karl-May-Freilichtspiele zu nutzen. Dazu nahm man sich die von 1938 bis 1941 aufgeführten Karl-May-Spiele in Rathen zum Vorbild. Dieses erklärt auch die Verbundenheit der schleswig-holsteinischen Freilichtbühne mit der sächsischen Felsenbühne. Seit 1952 übertrug das Fernsehen bis 1957 einige Ausschnitte, dann bis 1981 die Aufführungen in einer besonderen TV-Fassung. Bad Segeberg mit seinem Kalkbergstadion wurde somit zum Inbegriff der westdeutschen Karl-May-Freilichtspiele. Fiel das Stichwort Karl-May-Festspiele, war es unweigerlich zuerst mit Bad Segeberg verbunden.


Nah an Karl May, war das Motto der dialogreichen Freilichtspiele, die im Orient, Südamerika als auch im Wilden Westen spielten. Waren die Kostüme Anfang der 60er Jahre noch die, wie sie Karl May in seinen Reiseerzählungen beschrieb, zog der übermäßige Erfolg der Karl-May-Filme auch Bad Segeberg nicht vorüber, zumindest was das Kostüm von Winnetou-Darsteller Heinz Ingo Hilgers und die Haarfarbe des Old-Shatterhands betraf. Neben einer großen Zahl von Berufsschauspielern schlüpfen viele Segeberger auch heute noch in die Figuren Karl Mays. Neue Ideen mit den Karl-May-Inszenierungen zu verbinden, gehörten wie die Karl-May-Orientierung und Indianerauthentizität zu den Besonderheiten, blättert man in der Geschichte der Karl-May-Festspiele Bad Segeberg (www.karl-may-spiele.de). Das Arbeiten mit Tieren, wie Adler, Geier oder Bär, vor Publikum gehört ebenso dazu wie Tanzeinlagen. 1978 und 1979 machte Bad Segeberg dadurch Schlagzeilen, dass die Aufführung "Winnetou" nur mit Kindern besetzt wurde. Da es auch jeweils eine Hauptaufführung gab (1978: "Durchs wilde Kurdistan" und 1979 "Old Firehand")konnte man an zwei Karl-May-Abenteuer verfolgen. Als Folge der Verpflichtung von Pierre Brice in Elspe begann man 1976, mit dem Raimund Harmsdorf († 1998) in "Old Firehand" pro Saison einen bekannten Schauspieler aus Film, Theater oder Fernsehen zu verpflichten. Hier sind u.a. die Namen zu nennen: Jürgen Feindt († 1978), Wolfgang Lippert, Claus Wilcke, Chris Howland, Christopher Barker, Eberhard Cohrs, Ralf Wolter, Elke Sommer, ... Diesem Konzept - bis auf eine kleine Unterbrechung - ist man bis heute treu geblieben.


Die in Folge der Karl-May-Filme entstehenden Karl-May-Bühnen (Homburger Waldbühne "Am Rabenhorst", "Schauspiel in Cuxhaven", Berlin-Rehberge, ...) versuchten an den Erfolg der Karl-May-Festspiele Bad Segeberg anzuknüpfen. Erwähnenswert ist hier die Aufführung "Das Geheimnis der Bonanza" vom langjährigen Segeberger Intendanten Wulf Leisner mit dem Segeberger Winnetou-Darsteller Heinz Ingo Hilgers auf der Freilichtbühne an der Dimbeck in Mülheim an der Ruhr, zu deren Premiere am 25. Juni 1971 als Ehrengast Pierre Brice eingeladen wurde. 1973 löste Klaus-Hagen Latwesen, der ab 1981 dann auch die Intendanz übernahm, den Winnetou-Darsteller Werner Wachsmuth, der die Winnetou-Rolle 1971 von Heinz Ingo Hilgers übernahm. 1980 folgte Bad Segeberg dem Beispiel der Western Country GmbH und gründete die Kalkberg GmbH, an der die Stadt Bad Segeberg zu 51 % beteiligt war.

1987 entscheidet sich Pierre Brice, der bei seinen Kurzbesuchen 1979 und 1983 in Bad Segeberg bereits einen Eindruck gewonnen hatte, für das Angebot der Karl-May-Festspiele Bad Segeberg. Anders als in Elspe übernahm Pierre Brice das Buch und hatte an den Inszenierungen Mitspracherecht. Er übernahm die Winnetou-Rolle, arbeitete in der künstlerische Leitung mit, brachte seine Bühnen-, Film- und Fernseherfahrung als "Winnetou" in der Arbeit mit den Pferden ein, unterstützte bei der Koordination der Stunts oder bei der Auswahl der Kostüme und wählte die Musik aus. Bad Segeberg steht somit auch für die Verwirklichung des persönlichen Anliegen von Pierre Brice, mit seiner Interpretation von Winnetou, eine Brücke zwischen den Erzählungen Karl Mays und der Realität der amerikanischen Indianer während der Besiedlung des Westens der USA zu bauen. Wie auch schon bei den Karl-May-Spielen Elspe bescherte Pierre Brice den Karl-May-Festspielen von 1988 bis 1991 einen Zuschauerrekord, der bis heute unerreichbar blieb. 1999 kehrte Pierre Brice als Regisseur noch einmal nach Bad Segeberg zurück.