Die Karl-May-Filme mit Pierre Brice
  Der Schatz im Silbersee
   Winnetou I
   Old Shatterhand
   Winnetou II
   Unter Geiern
  Der Ölprinz
  Winnetou III
   Old Surehand I
  Winnetou und das Halbblut Apanatschi
   Winnetou und sein Freund Old Firehand
  Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten
Die Karl-May-Festspiele mit Pierre Brice
Fernsehserien mit Winnetou


Die Idee zur Verfilmung der Abenteuer Winnetous und Old Shatterhand ging damals vom 11-jährigen Sohn des Berliner Filmproduzenten Horst Wendlandt aus. Eine Geschichte, die mittlerweile nun bald selbst filmreif ist. Zusammen mit seinem dänischen Partner Philippsen entschied sich der Produzent für Drehorte in Jugoslawien, dessen Küste bei Dubrovnik noch am ehesten der Landschaft des amerikanischen "Wilden Westens" entsprach. Seinen Winnetou fand er wie allen bekannt in Pierre Brice, der zunächst mit der literarischen Figur nichts anzufangen wusste, anlässlich der Berliner Filmfestspiele 1962.

Während Pierre Brice in Rom seine Rolle einstudierte, entspann sich in der deutschen Presse eine angeregte Diskussion, hielt man doch die Karl-May-Romane für nicht verfilmbar. Die vorweihnachtliche Uraufführung von "Der Schatz im Silbersee" in Stuttgart übertraf die kühnsten Erwartungen. Der Schatz im Silbersee trat seinen Siegeszug durch die deutschen Kinos an, was dem erfolgreichen Filmproduzenten Horst Wendlandt eine "Goldene Leinwand" und Pierre Brice einen Exklusivvertrag bis Ende 1966 einbrachte. Zwei Winnetou-Filme pro Jahr bedeuteten für Pierre Brice einen nahezu 4jährigen Aufenthalt in dem zum Teil unwegsamen Gelände von Jugoslawien. Die durchschnittliche Drehzeit von 3 Monaten pro Karl-May-Film verbrachte Pierre Brice im Zimmer 1208 im zwölften Stock des Hotels "Marjan" in Split - in einem nassen Zimmer mit nicht funktionierender Dusche. Die rot-weißen Kampfgetümmel der May'schen Indianerballaden wurden die teuersten Produktionen in der deutschen Nachkriegsfilmgeschichte. Erstmalig gab es nach amerikanischem Vorbild Massenszenen.

Nach dem ersten Teil der Winnetou-Triologie folgte "Old Shatterhand" auf 70mm-MSC-Superpanorama von dem Berliner Filmproduzenten Artur Brauner. Als 1963 bekannt wurde, dass Winnetous Tod verfilmt werden würde, türmten sich aus Sorge, Winnetou könnte mit der Vollendung des Karl-May-Films "Winnetou III" aus zukünftigen Kinofilmen verschwinden, in Berlin bei Horst Wendlandt die Proteste. Wie sehr hatte man sich doch damals geirrt! "Old Surehand Teil 1" sollte 1965 für Stewart Granger der letzte Karl-May-Film sein. Mit dem Hollywood-Mimen, der eigentlich aus einer Notlösung heraus zu der Rolle des "Old Surehands" kam, da Lex Barker für die Orientfilme nach Karl May bei Artur Brauner gebunden war, war der geschäftliche Erfolg von "Der Ölprinz" nicht zu halten. Vielmehr zeigte es sich, dass Winnetou Pierre Brice der eigentliche Zuschauermagnet war. Wegen einer Meinungsverschiedenheit erklärte sich Horst Wendlandt 1967 nach "Winnetou und sein Freund Old Firehand" trotz stürmischer Bitten nicht bereit, den Vertrag mit seinem Star zu verlängern. Nur am Rande bemerkt: Horst Wendlandt trug dazu bei, dass Pierre Brice für das ZDF 30 Jahre später die Fernsehserie "Winnetous Rückkehr" realisieren konnte. Artur Brauner sah indes die Möglichkeit 1968, mit "Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten" an die Erfolge der vorangegangenen Karl-May-Filme anzuknüpfen. Es war der letzte Karl-May-Kinofilm!

In den folgenden Jahren liefen die Karl-May-Filme immer wieder vereinzelt in den Jugendvorstellungen der Kinos. Im Jahre 1971 begann mit "Winnetou I" eine Wiederaufführungsreihe für die erfolgreichsten Karl-May-Filme: die Winnetou-Triologie, "Der Schatz im Silbersee", "Unter Geiern" und "Der Ölprinz". 1970 startete "Old Shatterhand" im ARD. 1973 starb Old Shatterhand Lex Barker. Als 1974 dann 7 weitere Winnetou-Filme im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurden, entfachte die Begeisterung bei den Winnetou-Freunden neu, die diese Filme nie im Lichtspieltheater gesehen hatten. Ab Ende 1982 löste die Ausstrahlung der Winnetou-Filme in der damaligen DDR einen wahren Begeisterungssturm aus. Die Karl-May-Filme erfreuen sich seither immer noch großer Beliebtheit, zumal auch alle paar Jahre durch mehrfache Wiederholungen auf allen Kanälen einmal ein neues Publikum heranwächst und andere in Jugenderinnerungen schwelgen.


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