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© 2000 - 2010 Dr.-Ing. Martina Schneider
for Pierre Brice
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Die Idee zur Verfilmung der Abenteuer Winnetous und Old Shatterhand
ging damals vom 11-jährigen Sohn des Berliner Filmproduzenten
Horst Wendlandt aus. Eine Geschichte, die mittlerweile nun bald
selbst filmreif ist. Zusammen mit seinem dänischen Partner
Philippsen entschied sich der Produzent für Drehorte in
Jugoslawien, dessen Küste bei Dubrovnik noch am ehesten
der Landschaft des amerikanischen "Wilden Westens"
entsprach. Seinen Winnetou fand er wie allen bekannt in Pierre
Brice, der zunächst mit der literarischen Figur nichts
anzufangen wusste, anlässlich der Berliner Filmfestspiele
1962.

Während Pierre Brice in Rom seine Rolle einstudierte, entspann
sich in der deutschen Presse eine angeregte Diskussion, hielt
man doch die Karl-May-Romane für nicht verfilmbar. Die
vorweihnachtliche Uraufführung von "Der Schatz im
Silbersee" in Stuttgart übertraf die kühnsten
Erwartungen. Der Schatz im Silbersee trat seinen Siegeszug durch
die deutschen Kinos an, was dem erfolgreichen Filmproduzenten
Horst Wendlandt eine "Goldene Leinwand" und Pierre
Brice einen Exklusivvertrag bis Ende 1966 einbrachte. Zwei Winnetou-Filme
pro Jahr bedeuteten für Pierre Brice einen nahezu 4jährigen
Aufenthalt in dem zum Teil unwegsamen Gelände von Jugoslawien.
Die durchschnittliche Drehzeit von 3 Monaten pro Karl-May-Film
verbrachte Pierre Brice im Zimmer 1208 im zwölften Stock
des Hotels "Marjan" in Split - in einem nassen Zimmer
mit nicht funktionierender Dusche. Die rot-weißen Kampfgetümmel
der May'schen Indianerballaden wurden die teuersten Produktionen
in der deutschen Nachkriegsfilmgeschichte. Erstmalig gab es
nach amerikanischem Vorbild Massenszenen.

Nach dem ersten Teil der Winnetou-Triologie folgte "Old
Shatterhand" auf 70mm-MSC-Superpanorama von dem Berliner
Filmproduzenten Artur Brauner. Als 1963 bekannt wurde, dass
Winnetous Tod verfilmt werden würde, türmten sich
aus Sorge, Winnetou könnte mit der Vollendung des Karl-May-Films
"Winnetou III" aus zukünftigen Kinofilmen verschwinden,
in Berlin bei Horst Wendlandt die Proteste. Wie sehr hatte man
sich doch damals geirrt! "Old Surehand Teil 1" sollte
1965 für Stewart Granger der letzte Karl-May-Film sein.
Mit dem Hollywood-Mimen, der eigentlich aus einer Notlösung
heraus zu der Rolle des "Old Surehands" kam, da Lex
Barker für die Orientfilme nach Karl May bei Artur Brauner
gebunden war, war der geschäftliche Erfolg von "Der
Ölprinz" nicht zu halten. Vielmehr zeigte es sich,
dass Winnetou Pierre Brice der eigentliche Zuschauermagnet war.
Wegen einer Meinungsverschiedenheit erklärte sich Horst
Wendlandt 1967 nach "Winnetou und sein Freund Old Firehand"
trotz stürmischer Bitten nicht bereit, den Vertrag mit
seinem Star zu verlängern. Nur am Rande bemerkt: Horst
Wendlandt trug dazu bei, dass Pierre Brice für das ZDF
30 Jahre später die Fernsehserie "Winnetous Rückkehr"
realisieren konnte. Artur Brauner sah indes die Möglichkeit
1968, mit "Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten"
an die Erfolge der vorangegangenen Karl-May-Filme anzuknüpfen.
Es war der letzte Karl-May-Kinofilm!

In den folgenden Jahren liefen die Karl-May-Filme immer wieder
vereinzelt in den Jugendvorstellungen der Kinos. Im Jahre 1971
begann mit "Winnetou I" eine Wiederaufführungsreihe
für die erfolgreichsten Karl-May-Filme: die Winnetou-Triologie,
"Der Schatz im Silbersee", "Unter Geiern"
und "Der Ölprinz". 1970 startete "Old Shatterhand"
im ARD. 1973 starb Old Shatterhand Lex Barker. Als 1974 dann
7 weitere Winnetou-Filme im deutschen Fernsehen ausgestrahlt
wurden, entfachte die Begeisterung bei den Winnetou-Freunden
neu, die diese Filme nie im Lichtspieltheater gesehen hatten.
Ab Ende 1982 löste die Ausstrahlung der Winnetou-Filme
in der damaligen DDR einen wahren Begeisterungssturm aus. Die
Karl-May-Filme erfreuen sich seither immer noch großer
Beliebtheit, zumal auch alle paar Jahre durch mehrfache Wiederholungen
auf allen Kanälen einmal ein neues Publikum heranwächst
und andere in Jugenderinnerungen schwelgen.

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