Pierre Brice 2003
Pierre Brice, 2003
Pierre Brice in "Winnetous Rückkehr"
Winnetous Rückkehr, 1997

Bad Segeberg, 1990
Winnetou, Bad Segeberg 1988
Karl-May-Festspiele
Bad Segeberg, 1988
Pierre Brice in "Winnetou", 1982
Winnetou-Tournee, 1982
Pierre Brice in Elspe, 1980
Karl-May-Festspiele Elspe, 1980
Pierre Brice in "Mein Freund Winnetou"
Mein Freund Winnetou, 1978
Karl-May-Festspiele Elspe 1977
Karl-May-Festspiele Elspe, 1977
Winnetou und Old Shatterhand im Tal der Toten
Winnetou und Shatterhand
im Tal der Toten, 1968

Winnetou II, 1964
Pierre Brice in "Der Schatz im Silbersee"
Der Schatz im Silbersee, 1962
Die Karl-May-Filme mit Pierre Brice
Die Karl-May-Festspiele mit Pierre Brice
Fernsehserien mit Winnetou

Die vielen Gesichter von
Winnetou Pierre Brice

Was Pierre Brice in den letzten 41 Jahren in der Rolle des Winnetous erlebte, ist einmalig. Von Anfang an war er die Idealverkörperung von Karl Mays Winnetou. Alles begann im Dezember 1962 mit dem deutschen Kinofilm "Der Schatz im Silbersee". Innerhalb weniger Monate wurde Pierre Brice zum beliebtesten Filmschauspieler in Deutschland - zum Idol mehrerer Generationen. Ist es die Erinnerung an durchschmökerte Karl-May-Nächte in früher Jugend? Die Vorspiegelung einer heilen Welt, in der verlässlich das Gute siegt und das Böse bestraft wird? Das Geheimrezept aus Mythos und Romantik trat seinen Siegeszug durch die deutschen Kinos an.

Wie ein roter Faden zieht sich die Winnetou-Figur durch das künstlerische Schaffen von Pierre Brice. Als Häuptling der Apachen dreht Pierre Brice elf Karl-May-Filme, spielt und schrieb zwei Fernsehserien und stand 15 Jahre bei den Karl-May-Festspielen in Deutschland nicht nur als Darsteller auf der Bühne. Im steten Wandel der Zeit hat er diese Figur nicht nur gespielt, sondern er vertrat sie auch. Er gab Winnetou eine persönliche Note und eine Botschaft, veränderte ihn und ließ ihn nie altmodisch werden. Er wurde somit zum Vorbild. Ein Schauspieler, der aktiv nun schon über 41 Jahre zu der Rolle steht, mit der er identifiziert wird, ist einzigartig - Pierre Brice.

Als der sächsische Schriftsteller Karl May 1875 seinen Häuptling der Apachen für Kurzgeschichten entstehen ließ, war es auch für ihn unvorstellbar, welche anhaltende Begeisterung dieser fiktiven literarischen Figur, die nur 34 Jahre alt werden durfte, durch die Leserschaft zugesprochen wurde. 50 Jahre nach dem Tode des Schriftstellers wurden die Rechte an seinem Werk frei und der Berliner Filmproduzent Horst Wendtlandt entschied sich auf Drängen seines Sohnes für die Verfilmung des "Schatzes im Silbersee" - mit dem in Deutschland eher unbekannten französischen Filmschauspieler Pierre Brice als Winnetou. Wie immer man sich Winnetou vorgestellt haben mochte, das Karl-May-Publikum war einhellig der Meinung, Pierre Brice ist Winnetou: edel, schön und ernst.

Mit "Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten" wurde die erfolgreichste Kinofilmserie, die über 35 Millionen Zuschauer in die Lichtspielhäuser zog, abgeschlossen. Es hatte sich auch gezeigt, dass die Popularität von Winnetou nicht allein auf das deutsche Publikum beschränkt blieb. In über 60 Ländern zogen die bunten Filmillustrationen Zuschauer in die Kinos. 1969 wurde der Karl-May-Film "Old Shatterhand" wegen eines Boykotts der deutschen Kinobesitzer kurzfristig aus dem Programm der ARD genommen. Doch die TV-Ausstrahlung war nicht mehr aufzuhalten. Die Freunde des Häuptlings der Apachen wuchsen danach durch die Wiederaufführung von 7 Karl-May-Filmen im Fernsehen 1974 stetig nach. Wieder gab es wahre Begeisterungsstürme in Form hoher Einschaltquoten. Das Medium Fernsehen brachte Winnetou nun auch zu den Leuten, die seit zwanzig Jahren nicht mehr in den Kinos waren.

Im Jahre 1976 warteten die damals noch fast unbekannten Karl-May-Spiele Elspe im Sauerland mit einer Sensation auf: Winnetou Pierre Brice auf einer deutschen Freilichtbühne. Zehn Jahre spielte er hier in deutscher Sprache mit französischem Akzent, der einzigartig zu Winnetou passte. Winnetou zum Anfassen? Mit der Fernsehserie "Mein Freund Winnetou" 1978 entfernte sich Pierre Brice in seiner Darstellung des Winnetous bewusst von den Romanvorlagen Karl Mays und den doch märchenhaften Verfilmungen der 60er Jahre. Es entstand ein reiferer Winnetou, der die Lebensgewohnten der nordamerikanischen Indianer, ihre Kultur und Traditionen verkörperte. Der Häuptling der Apachen trägt von nun an Originalkostüme und ein rotes Tuch um sein schwarzes Haar. Mit der Rolle des Winnetous verbindet er nun menschliche Werte wie Freundschaft, Treue, Mut, Ehrlichkeit, die Sehnsucht nach Frieden, Menschlichkeit und Tapferkeit. Die Figur Karl Mays überlebt so die Gegenwart.

Pierre Brice über "Winnetou" bei den Dreharbeiten zu "Winnetou III":

"Ich habe Winnetou viel zu verdanken. Ganz abgesehen davon, dass ich vorher ein Schauspieler war, den man nur in Italien, Spanien und ein wenig in Frankreich kannte. Nun bin ich zu einem Idol der deutschen Jugend geworden. Aber dahinter steckt viel mehr. Winnetous Eigenschaften sind zu Leitbildern für mich geworden. Sie bestimmen meine persönliche Haltung genauso wie mein künstlerisches Wesen. Und Selbst wenn ich nicht wollte - ich müsste Winnetou entsprechen, denn sonst würde ich mein Publikum enttäuschen. Zwei Eigenschaften dieser Gestalt erscheinen mit als besonders wesentlich. Die eine ist: Er ist ein Held und zwar in allen Lebenslagen. Er ist mutig und anständig, er ist großzügig und hilfsbereit. Die zweite: Er ist ein treuer Freund und in allen Lebenslagen entschlossen, selbst sein Leben einzusetzen."