PersonenDarsteller
Winnetou Pierre Brice
Old Shatterhand Lex Barker
Cornel Brinkley Herbert Lom
Fred EngelGötz George
Ellen PattersonKarin Dor
Lord Castlepool Eddi Arent
Mrs. Buttler Marianne Hoppe
Sam Hawkens Ralf Wolter
Die Karl-May-Filme mit Pierre Brice
  Der Schatz im Silbersee
  Winnetou I
  Old Shatterhand
  Winnetou II
  Unter Geiern
  Der Ölprinz
  Winnetou III
  Old Surehand I
  Winnetou und das Halbblut Apanatschi
  Winnetou und sein Freund Old Firehand
   Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten
Die Karl-May-Festspiele mit Pierre Brice
Fernsehserien mit Winnetou

Der Schatz im Silbersee


Verleihtitel
Le Trésor du Lac d'Argent (B, F) — De Schat in het Zilvermeer (B, NL) — Poklad na Stribrnem Jezere (CSSR) — Poklad na Striebornom Jazere (CSSR) — Katten i Soelvsoen (DK) — El Tresoro del Lago de la Plata (E, RCH) — The Treasure of Silverlake (GB, USA) — Il Tresoro del Lago d'Argento (I) — O Tresouro do Lago de Prata (P) — Skarp w Srebrnym Jeziorze (PL) — Skatten i Silversjön (S) — Blago U Srebrnom Jezeru (YU)

Allgemeine Daten
Produktion Rialto Film Preben Philipsen Film-produktion und Filmvertrieb GmbH — Jadran Film — Société Nouvelle de Cinématographie Drehzeit 06.08.1962 bis 01.10.1962 (Außenaufnahmen) 03.10.1962 bis 06.10.1962 (Atelier)
Sprecher Winnetou Herbert StassAtelier-aufnahmen Piran-Studios, Piran
Jadran-Studios, Zagreb
Starfotos Lothar WinklerPresse-/Verleih-fotos Gerd-Victor Krau, Karl Heinz Vogelmann, Klaus Collignon

Außen-aufnahmen Jugoslawien: Grobnik Polje bei Rijeka, Plitwitzer Seen, Starigrad-Paklenica, der Zrmanja-Canyon bei Obrovac
Uraufführung 12.12.1962: Stuttgart im Universum,
31.05.1984: Kinos der DDR
TV-Erstaus-strahlung 12.02.1974: ORF 1
23.04.1974: ZDF
01.01.1983: DDR 1
Auszeichnung FBW-Prädikat: wertvoll
Spielfilmprämie des BMI: 200.000 DM
Goldene Leinwand 1964: mehr als 3 Mio. Besucher
Bambi 1964: geschäftlich erfolgreichster deutscher Film 1963

Technische Daten
Drehbuch H. G. Petersson mit Piet ter Ulen (Gerhard F. Hummel) Musik Martin Böttcher
Regie Dr. Harald ReinlKostüme Irms Pauli
KameraErnst W. Kalinke Pyrotechnik Erwin Lange

Hintergrund
Mit der Uraufführung des "Schatz im Silbersee" startete am 12. Dezember 1962 in Stuttgart der erste deutsche Western der Nachkriegszeit, der den amerikanischen Western nicht imitierte, sondern durch die romantische Vorlage der Buchromane des Schriftstellers Karl May eine eigene Mischung aus romantischen Märchen und amerikanischen Westen schuf. Der am 9. Oktober 1986 von seiner Ehefrau erstochene Regisseur Dr. Harald Reinl, der mit seinen Edgar-Wallace-Filmen seinen sicheren Instinkt für den Geschmack der breiten Masse der 60er Jahre bewies, bemerkte zu dem zweiterfolgreichsten deutschen Film (neben dem "Schuh des Manitu" von M. Helbig) der Nachkriegszeit: "Es muss spannend, die Zuschauer gefesselt sein. Das ist wichtiger als eine reine authentische Nacherzählung." Die Mixtur aus idealer Besetzung der Heldenfiguren Old Shatterhand und Winnetou mit Lex Barker und Pierre Brice, der wilden Landschaft Jugoslawiens (heute Kroatien) und der Evergreens von Martin Böttcher zeigten ihre Wirkung. Das farbige Breitwandspektakel war lange Zeit der erfolgreichste deutsche Film seit 1945, wurde in über 60 Länder gezeigt, lief bei den Filmfestspielen in Moskau und zog in Polen sowie in der damaligen CSSR sein Publikum in den Bann. Er wurde 1963 in Paris uraufgeführt und gelangt sogar 1965 in die USA. "Der Schatz im Silbersee" ist eine deutsche Filmlegende und die Presse jubelte: "Pierre Brice ist schuld daran, dass wir alle von einem Winnetou-Bacillus angesteckt wurden!".

Für die Außenaufnahmen hatten sich Horst Wendlandt und Partner schon frühzeitig für Jugoslawien als Partner entschieden. Die Jadran Film GmbH stellte nicht nur die Landschaft, sondern auch die 3000 Komparsen (Banditen und Indianer), 150 Pferde, die Bauten und die Kaskadeure zur Verfügung. Um die Indianer fachgerecht auszustatten, hatte man schon vorzeitig deutsche Indianerclubs und die Werkstätten der Karl-May-Festspiele Bad Segeberg mit der Fertigung der perlenbestickten Kostüme beauftragt. Der Henrystutzen, der Bärentöter und Winnetous Silberbüchse entwarf man nach den Waffen von Karl May, die er nachträglich hatte anfertigen lassen. Lex Barker trug seinen echten Navajo-Gürtel. Nur die Adlerfedern entpuppten sich als Schwanenfeder und die Bären- als Schafsfelle. Den Jagdrock Winnetous entwarf Kostümbildnerin Irms Pauli, bevor ein geeigneter Winnetou-Darsteller gefunden war. Auch die ersten Filmeinstellungen des insgesamt 1,85 Mio. Euro teuren Films begannen bereits. Man konzentrierte sich daher auf den Zweikampf zwischen Old Shatterhand und dem Häuptling der Utahs. Die zufällige Zusammenkunft im Juli 1962 auf der Dachterrasse des Hotels Hilton in Berlin zwischen Horst Wendlandt und dem bis dato in Deutschland nahezu unbekannten Franzosen Pierre Brice ist bereits Legende. Ein großes Handicap gab es noch: Pierre Brice konnte nicht reiten!. Während Pierre Brice in Rom seine Rolle lernte, stritt man sich noch über Winnetous Haarlänge. Sollte Winnetou einen Haarschopf haben wie Karl May Winnetou, gezeichnet von Sascha Schneider? Aber schnell war klar, dass Winnetou nur wie Pierre Brice aussehen konnte.