Prolog:
"Da ich mich für die Kulturgeschichte des indianischen
Volkes interessiere, ist es mir wichtig, mein Publikum mit
dessen Sitten und Gebräuchen vertraut zu machen. Für
mich ist gerade Winnetou die ideale Schlüsselfigur, um
anderen den indianischen Geist näher zu bringen. Ich
kämpfe in dieser Figur nicht nur für Gerechtigkeit,
sondern auch gegen Intoleranz, Gewalt und Rassismus. Winnetou
soll Appelle an jedermann richten, sich für ein Miteinander
und für eine Verständigung einzusetzen. Auch soll
er uns daran erinnern, dass die Natur der Ursprung aller Dinge
ist."
Pierre Brice
Aus diesen Gründen arbeitete Pierre Brice in der freien
Zeit neben seinem Gastauftritt in "Der Ölprinz"
bei den Karl-May-Festpielen Elspe an einem Exposee für
einen Kinofilm, der authentisch und realistisch auf die Geschichte
und Kultur der nordamerikanischen Indianer eingehen sollte.
In diesem war Winnetou kein Wilder im Sinne Karl Mays, sondern
ein Mensch, der uns als Lehrer durch die Welt der Indianer
Nordamerikas führt. Eine Welt, die einerseits durch Leid,
Missgunst, Diskriminierung, Hass, Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten,
anderseits durch ihre Traditionen und ihre Lebensweise geprägt
ist. Als das WWF (ARD) und die Schweizerische Rundfunkgesellschaft
Pierre Brice anbot, daraus eine Fernsehserie zu machen, entstand
im Frühjahr 1979 vier Monate in Mexiko "Mein Freund
Winnetou". Die Serie lief erfolgreich in der Schweiz,
Frankreich, DDR und im deutschen Vorabendprogramm. So entschlossen
sich im Sommer 1980 Pierre Brice und Drehbuchautor Jean-Claude
Deret, der in erster Ehe mit einer Indianerin verheiratet
gewesen war, weitere Ideen für "Winnetou und die
weiße Büffelfrau" auszuarbeiten.

Erst 15 Jahre später konnte Pierre Brice - trotz einer
erfolgreichen Unterschriftenaktion für die Fortsetzung
von "Mein Freund Winnetou" - einen Vertrag für
eine weitere Winnetou-Fernsehserie im ZDF unterschreiben,
die ab 1996 durch die Regina-Ziegler-Filmproduktion aus Berlin
realisiert wurde.
"Mein Freund Winnetou" und "Winnetous Rückkehr"
integrieren Fakten und Stationen aus der indianischen Geschichte.
Die Dialoge beschreiben das Bestreben nach Frieden, einem
harmonischen Nebeneinander der Völker und einem Leben
im Einklang mit der Natur. Gemeinsam ist beiden Serien auch,
dass sie authentisch bei der Wahl der Drehorte, der Filmausstattung
und der Kostüme sind. Letztere wurden von Mario Luraschi,
einem Freund von Pierre Brice, angefertigt und zur Verfügung
gestellt. Ganz unbemerkt am Rande: Für beide Serien besitzt
Hella Brice die exklusiven Fotorechte, da sie auch als Filmfotografin
auf den Sets arbeitete. Bei der Uraufführung von "Mein
Freund Winnetou" gab der französische Verlag Flammarion
den Bildband "Winnetou, le Mescalero" mit ihren
Fotos heraus.
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